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Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Neubau?

Die kurze Antwort

Mindestens die Nebenkosten, also Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch und gegebenenfalls Makler, sollten aus eigenen Mitteln kommen, besser zusätzlich 10 bis 20 Prozent der Bausumme. Eigenkapital ist dabei mehr als Erspartes: Auch ein bereits bezahltes Grundstück und Eigenleistungen am Bau (Muskelhypothek) erhöhen Ihren Eigenanteil. Je mehr Eigenkapital, desto bessere Zinsen bieten Banken meist an.

Stand: 1. November 2026

Heiko Georg ist zertifizierter Fachberater Baufinanzierung (Frankfurt School of Finance & Management) in Schwanewede bei Bremen und begleitet seit über 35 Jahren Bauherren in ganz Deutschland bei der Finanzierung ihres Neubaus, bankenübergreifend und auf Wunsch mit Beratung bei Ihnen zu Hause.

Was alles als Eigenkapital zählt

Die Muskelhypothek: Eigenleistung als Eigenkapital

Was Sie am Bau selbst erledigen, etwa Malerarbeiten, Bodenbeläge oder Arbeiten im Garten, spart Handwerkerkosten. Diese Ersparnis erkennen Banken als Eigenkapital an. Voraussetzung ist, dass die Eigenleistungen realistisch geplant und in der Kostenaufstellung einzeln aufgeführt sind. Banken setzen dafür Obergrenzen. Planen Sie nur Arbeiten ein, die Sie neben Beruf und Familie wirklich schaffen. Das Material müssen Sie trotzdem bezahlen.

Warum mehr Eigenkapital günstiger ist

Je höher Ihr Eigenanteil, desto weniger muss die Bank finanzieren und desto geringer ist ihr Risiko. Das belohnen Banken meist mit besseren Zinsen. Wie stark, hängt vom Verhältnis des Darlehens zum Beleihungswert ab. Mehr zur Eigenkapitalquote im Glossar.

Geht es auch ohne Eigenkapital?

Eine Finanzierung ohne Eigenkapital ist in Einzelfällen möglich. Ich rate aber in den meisten Fällen davon ab, weil die Zinsen deutlich höher sind und Sie langfristig mehr bezahlen. Besser ist es, das vorhandene Eigenkapital vollständig zu erfassen, inklusive Grundstück und Eigenleistung.

Nicht alles einsetzen

Behalten Sie eine Reserve auf dem Konto, zum Beispiel für Umzug, Küche und Unvorhergesehenes. Für Mehrkosten am Bau selbst gibt es einen besseren Weg:

Mein Tipp aus der Praxis: Ich plane die Darlehenssumme lieber etwas großzügiger. Viele Banken erlauben, dass Sie je nach Bank 10 bis 15 Prozent des Darlehens gar nicht abrufen müssen, ohne dafür eine Entschädigung zu zahlen. So haben Sie einen Puffer für Mehrkosten am Bau und müssen später nicht mühsam nachfinanzieren.

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Häufige Fragen

Wie viel Eigenkapital brauche ich für einen Neubau?

Mindestens die Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch, besser zusätzlich 10 bis 20 Prozent der Bausumme.

Zählt ein bereits bezahltes Grundstück als Eigenkapital?

Ja. Ein schuldenfreies Grundstück wird bei der Neubaufinanzierung als Eigenkapital angerechnet und macht oft einen großen Teil davon aus.

Was ist eine Muskelhypothek?

So nennt man Eigenleistungen am Bau, zum Beispiel Malerarbeiten oder Bodenbeläge. Die ersparten Handwerkerkosten erkennen Banken in realistischer Höhe als Eigenkapital an.

Kann ich einen Neubau ohne Eigenkapital finanzieren?

In Einzelfällen ja. Heiko Georg rät aber meist davon ab, weil die Zinsen höher sind und die Finanzierung langfristig teurer wird.

Sollte ich mein ganzes Erspartes einsetzen?

Nein. Eine Reserve für Umzug, Küche und Unvorhergesehenes gehört aufs Konto. Für Mehrkosten am Bau ist eine etwas großzügigere Darlehenssumme mit Teilverzicht der bessere Puffer.

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